Wachs & Kerzen

Samstag, 9. Dezember 2006

Farbendusche

Sowohl Licht als auch Farben schlagen sich auf unser Gemüt nieder. Von beidem gibt es in der dunklen Jahreszeit meist zu wenig, doch dem kann auf einfache und stimmungsvolle Weise Abhilfe geleistet werden.

Du brauchst:

* Transparenzpapier in den gewünschten Farben
* ein möglichst gerades Glas (leere Honiggläser o.ä. - was eben gerade greifbar ist)
* Teelichte
* Klebstreifen oder Klebestift

Die Herstellung ist denkbar einfach:

Transparenzpapier in der gewünschten Farbe um das Glas wickeln, zusammenkleben. Dabei am besten darauf achten, dass nur das Papier und nicht das Glas geklebt wird, denn so kann die Hülle ganz leicht nach Bedarf ausgetauscht werden.

Nach oben darf es ruhig höher als das Glas sein, umso mehr scheint die Farbe dann. Das Glas hat hier neben dem Stabilisierungsfaktor mehr einen Sicherheitszweck.

Teelicht reingeben (ggf. erst Teelicht rein, dann Papierschirm drüber), zurücklehnen und die Stimmung genießen.

Teelichte gibts übrigens auch ohne Aluhülle (dafür gibts passende Glastöpfchen) zu kaufen. Die sind meist aus inländischer Herstellung und daher teuerer als die Alu-Teelichte im 100er-Pack aus Fernost. Ich würd mich freuen, wenn ich die Eine oder Andere animieren kann, zumindest ab und zu auf die heimische Variante _ohne_ Aluhülle zurückzugreifen.

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Kerzen-Pen

Ein Tipp von Selket, um Kerzen schnell und einfach zu verzieren:

Es gibt sog. Kerzen-Pens, mit denen man Kerzen bemalen oder auch beschriften kann. Ist z.B. prima zum Aufmalen von Runen oder Symbolen bei Kerzenritualen oder einfach nur um Kerzen individuell zu schmücken. Geht kinderleicht und man kann die Farben mischen. Direkt aus der Tube auftragen oder mit einem Pinsel. Ein Beispielbild gibts hier.

Die Kerzen-Pens gibts im Bastelladen, lt. Selket sporadisch aber wohl auch im Discounter. Danke für diesen Tipp!

Montag, 4. Dezember 2006

Wachsmagie

Wachsreste lassen sich auch auf magische Art wiederverwenden. Im Prinzip funktioniert das ähnlich wie beim Bleigießen zu Silvester:

Das Wachs wird erhitzt und in eine bereitgestellte (alte) Schüssel oder Dose mit kaltem Wasser gegossen. Anhand der entstehenden Formen kann dann gedeutet werden. Man die entstandenen Formen aber auch einfach eine Zeitlang nur schön finden - und dann wieder einschmelzen :-)
Wachsmagie

Die Idee dazu stammt nicht von mir, sondern von Scott Cunningham:

* Handbuch der Natur- und Elementarmagie
* Handbuch der Natur- und Elementarmagie II

Wachsmagie II

Eine andere, praktische Form der Wachsmagie ist das Verwenden von Kerzen als Symbol(trägerinnen). Die Kerze sollte dabei nicht zu dünn sein, damit genügend Fläche zum Einritzen, Gestalten des Symbols bleibt. Aber auch nicht zu dick und hoch, da sie in absehbarer Zeit abzubrennen sein soll.

Runen eignen sich dafür sehr gut, aber auch z.B. Planeten- oder Tierkreissymbole. Natürlich können auch eigene entworfen werden.

Solange das Symbol wirken soll, wird die Kerze einfach im Zimmer/am Altar aufgestellt. Hat es seine Wirkung getan, wird die Kerze einfach angezündet und so das Symbol den Elementen geopfert, in die Freiheit entlassen.

Eine einfache und wirkungsvolle Methode.

Zauberweib, 02/2005

Windlichter auf die Schnelle

Zutaten:

* Teelichte
* Backpapier
* Klebeband
* Schere
* optional: Farbstifte

Von einer Rolle Backpapier wird ein etwa 5-8 cm breiter Streifen abgeschnitten. Auf diesem Streifen abmessen, wieviel gerade mal reicht um ein Teelicht zu umhüllen; dort eine Markierung einzeichnen und das Stück abschneiden. Mit Glück reicht die Breite einer Rolle exakt auf 3 Teelichter, so daß kein Verschnitt anfällt.

Dieses Stück legt man jetzt um ein Teelicht und klebt es mit Klebeband zusammen. Weil Backpapier anti-haftend ist, muss das Klebeband einmal ganz herumgehen, sonst hält es nicht. Das ist ziemliche Fummelei, besser gehts wenn man das Stück Papier erst flach auf den Tisch legt, eine lange Seite mit Klebeband beklebt, es dann ums Teelicht legt und dann erst das Klebeband noch einmal ums Teelicht herumführt. Das ganze sollte aber locker auf dem Teelicht sitzen. Denn zum Anzünden muss das Teelicht in der Umhüllung nach oben geschoben werden können, sonst besteht die Chance, das Papier abzufackeln.

Benutzung: Sobald das Wachs des Teelichtes ganz verflüssigt ist, sollte das Windlicht nicht mehr bewegt werden, da der Docht dann an den Rand rutschen kann und die Flamme dem Papier dann zu nahe kommt, und es promt abbrennt. Ansonsten reicht der Abstand Papier-Flamme erfahrungsgemäss völlig aus. Falls es doch dazu kommt, daß das Papier Feuer fängt, brennt es sehr schnell ab, und sollte daher auf einer feuerfesten Unterlage verwendet werden. Die Zeit, die das dünne Backpapier zum verbrennen braucht, dürfte aber nicht reichen, um die Umgebung in Brand zu setzen.

Die Papierhüllen können natürlich noch mit Symbolen oder Bildern verziert werden. Der Transport ist sehr praktisch: Das Teelicht rausnehmen, die Hülle flachdrücken, und in einem Briefumschlag (Transportschutz, damit das Klebeband nicht abgeht) in den Rucksack stecken. Vor Ort kann das entfaltet und das Teelicht wieder reingefummelt werden. Das ist eine gute Idee, wenn man auf die Schnelle viele Windlichter braucht. Nach 10 Stück basteln hat man den ca. Dreh raus ;)

Teelichte brennen ca. 4-5 Stunden. (Um eine Orientierung zu haben wann man die Illumination anwirft)

Distel, 09/2005

Kerzen gießen

Kerzen- und Wachsreste müssen nicht weggeworfen werden, sondern können einfach zu neuen Kerzen wieder eingeschmolzen werden. Einzige Ausnahme: die kleinen Stummelreste von selbstlöschenden Kerzen nicht verwenden!

Du brauchst:

* eine saubere Konserven- oder Cappucchinodose
* Wachsreste
* Baumwollfaden
* Klorollen (nur die leere Papprolle)
* Zahnstocher o.ä.
* Auflaufform o.ä mit feuchtem Sand gefüllt
* Herd und Topflappen

Die leere, saubere Metalldose brauchst du zum Einschmelzen der Wachsreste. Sie muss nicht ins Wasserbad gestellt werden, sondern kann direkt auf der Herdplatte erhitzt werden. (Es versteht sich von selbst, dass du während der ganzen Zeit dabei bleibst, und nicht zwischendurch mal für ne Stunde einkaufen gehst).
Sobald das Wachs geschmolzen ist, kannst du letzte Dochtreste oder kleinere Verunreinigungen mit einer Gabel vorsichtig rausfischen.

Als Kerzenform eignet sich eine leere Klorolle. Aber auch andere Pappverpackungen, solange sie keine Löcher oder Risse haben.
Die Klorollen in ein Gefäß mit Sand stecken; der Sand verhindert zuverlässig das Auslaufen des flüssigen Wachses.

Für einen neuen Docht am einfachsten Baumwollfaden verwenden. Ist er zu dünn, eine Kordel von der passenden Dicke drehen. Wichtig: es muss reine Baumwolle sein - der Docht soll schließlich brennen und nicht schmelzen. Testen lässt sich das durch Anzünden eines kleines Fadenstücks im Aschenbecher: brennt es sauber ab, ist es Baumwolle, schmilzt und schmort es vor sich hin (und stinkt) ist es als Docht ungeeignet. Der Docht lässt sich mithilfe von Zahnstocher o.ä. und Knoten auf der richtigen Länge in die Klorolle mittig einspannen.

Docht

Das Ganze dann fest (und gerade) in den Sand drücken. Wachs vorsichtig eingießen. Während dem Festwerden zieht sich das Wachs zusammen, als Folge ergeben sich "Löcher" an der Oberseite. Hier einfach nochmal (wiedererwärmtes) Wachs nachgießen, evtl. wiederholen.
Wenn das Wachs fest ist - ca. nach 2 Stunden - kann die Klorolle "abgeschält" werden. Dies geht leichter, wenn die Kerze noch warm (aber druckfest!) ist, als wenn man z.B. bis zum nächsten Morgen wartet.
Im Prinzip ist die Kerze damit fertig. Am unteren Ende Dochtrest abschneiden, evtl. noch begradigen. Als Alternative bietet sich an, ein Weinglas etwas mit Sand zu füllen, und dies als Kerzenhalter zu verwenden. Sieht gut aus und gibt sicheren Halt. (Vorsichtshalber aber nicht gerade die teuren Kristallgläser verwenden).

Form

Die Kerze selber kann natürlich noch nach Belieben verziert werden. Z.B. mit Wachstiften, Wachsplatten - oder man geht mit Messer ran und schnitzt Muster rein. Kleiner Trick: die Vertiefungen gut ausarbeiten, nicht zu filigrane Muster gestalten. Am Ende die Kerze noch einmal kurz in heißes Wachs tauchen (Schmelzgefäß schräg halten und Kerze drin drehen). So bekommt das Muster einen Überzug und lässt es weicher aussehen. Dies muss allerdings ausprobiert werden, im schlimmsten Fall kann damit ein kunstvolles aber zu flaches Ornament auch zerstört werden.

Verzierung

Kerzen ziehen

Zutaten:

* ein alter Topf
* eine hohe runde Blechdose(z.B. für Kaffee)
* ein alter Holzlöffel
* 1,5 kg Paraffin in Pastillenform
* ca. 50 g Bienenwachs
* Docht (Meterware)
* Kerzenfarbe oder Wachsstifte bzw. -blöcke aus gefärbtem Bienenwachs in der benötigten Tönung
* Alufolie
* Butterbrotpapier
* fein gemahlene Kräuter, Gewürze etc., passend zur magischen Absicht

Paraffin darf grundsätzlich nur in einem Wasserbad erhitzt werden! Wasser im Topf erhitzen, die mit Paraffin gefüllte Blechdose hineinstellen und warten, bis es vollständig geschmolzen ist. Paraffin bei Bedarf behutsam nachfüllen, bis die Dose fast mit flüssigem Wachs gefüllt ist. Ein Zusatz von ca. 5% Bienenwachs (auf die Gesamtmenge) verbessert die Brenneigenschaften der Kerze. Ist das Wachs vollständig geschmolzen, die Kerzenfarbe zugeben und ebenfalls schmelzen lassen. Die Mischung sollte möglichst dunkel sein (es sei denn, man möchte eine Pastellfarbe erzielen), da die Kerzen im erkalteten Zustand heller ausfallen. Jetzt kann man, wenn man möchte, Zusatzstoffe wie Kräuter oder Gewürze zugeben, die die magische Wirkung der Kerzen verstärken. Um ein gefahrloses Abbrennen zu gewährleisten, sollten die Substanzen möglichst fein gemahlen sein.

Man sollte die Arbeitsplatte mit Alufolie abdecken. Den Docht zurechtschneiden; Kerzen werden paarweise gezogen, jedes Dochtstück sollte etwas mehr als die doppelte Länge einer Kerze haben. Es empfiehlt sich, wegen des Aufwandes, etwa fünf Kerzenpaare herzustellen.

Man faßt das erste Dochststück in der Mitte und hängt die beiden Enden in das Wachs. Herausziehen und über eine Schnur oder eine Leiste hängen, so daß die gewachsten Dochte nirgendwo anstoßen. Während das erste Paar auskühlt, die übrigen Dochte ebenfalls in das Wachs tauchen. Es ist sehr wichtig, die Kerzen zwischen den einzelnen Tauchbädern abkühlen zu lassen und sie rasch aus dem Wachs herauszuziehen, damit das bereits am Docht befindliche Wachs nicht wieder abschmilzt. Falls dem Wachs Substanzen zugesetzt wurden, ab und zu mit dem Holzlöffel umrühren.

Haben die Kerzen die gewünschte Dicke erlangt, rollt man sie in dem Butterbrotpapier ein paarmal hin und her, um eine möglichst gerade Form zu erhalten. Zum Abschluß nochmals in das Wachs tauchen und dann auskühlen lassen.

Den Wachsrest in der Dose auskühlen lassen. Für einen neuen Satz Kerzen wird die fehlende Menge Paraffin, Farbe und Kräuter etc. aufgefüllt. Sie fällt relativ gering aus! Für jede neue Farbe sollte man eine eigene Dose verwenden.

Selbstgezogene Kerzen sind unregelmäßer als gekaufte, dafür kann man die Inhaltsstoffe selbst bestimmen und hat einen riesigen Spielraum, was die Farben angeht.

Die Kerzen können für jeden Zweck sehr individuell hergestellt werden. Wer sich über die Zutaten für den magischen Zweck nicht einig ist, kann Analogietabellen konsultieren. Letztlich gilt aber, dass man sich bezüglich Farben und Zutaten auch auf sein eigenes Gefühl verlassen sollte.

Silver, 03/2005

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