Wolle und Stoff

Samstag, 21. Juni 2008

Lavendel-Duftsäckchen

Diese Säckchen sind ganz gut für so Lavendelfüllungen, für einen Steinchen- oder Runenbeutel müsste man innen die Nähte zuerst versäubern, damit nichts nach langem Gebrauch ausfranst. Für einen Beutel zum ständig mitnehmen würde ich aber eh ein Futter machen.
Die Lavendelsäckchen sind ungefüttert, damit die Duftstoffe der enthaltenen Kräuter besser nach außen dringen.

Man benutzt sie zur Wäschebeduftung im Schrank, kann aber auch magische Kräuterbeutel so machen, die man dann ganz nach eigener Kreativität benutzt.

Man braucht: Stoffreste (Naturfaser bietet sich an)
1 x 9 oder 10 cm mal 18 cm gross
1 x 11,5 mal 17,5 cm gross.
Schere, Nähmaschine, Sicherheitsnadel, ein Band oder eine Kordel zum Zubinden.

Zuschneiden die erste: 9 x 18 cm
dvhni

Die kurzen Seiten des 1. Stoffstückes säumen. Dazu verwende ich erst einen Zickzackstich der so knapp über die Kante genäht wird, daß die Ausfranserei unterbleibt. Danach schlage ich das Ganze 4 mm ca. um und nähe es mit einem Geradstich fest.
saum

Alsdann wird das Stoffstück längs gefaltet, so daß die schöne Seite innen ist, und einmal zu einem Schlauch genäht:
naeh3

Den Schlauch wenden, daß die schöne Seite nun aussen ist, und mit dem Bügeleisen plattbügeln, und zwar so, dass die Naht an einer Seite liegt. Dann schneidet man das zweite Stoffstück zu oder nimmt es zur Hand:
17,5 mal 11,5 cm oder so in etwa. Es sollte so breit sein wie der Schlauch lang ist.
zuschneiden5

Dann legst du den Schlauch auf die schöne Seite des 2. Stoffstücks. Die dicke Stelle wo die Naht beim Schlauch ist, kommt nach außen, also da, wo du jetzt gleich drübernähst. Dann mit einer normalen Geradstichnaht zusammennähen:
naeh6

Das Ganze aufklappen und bügeln.
naeh7
Ich habe über die Naht von außen nochmal drübergenäht, das muß man aber nicht.

Das ganze Teil jetzt mit der schönen Seite nach innen falten:
falten8

Und einfach die zwei offenen Seiten zunähen. Dabei hältst du aber oben kurz vor dem Ende an, da wo auf dem Foto die Nähmaschinennadel steht. Dort bleiben zwei Löcher im Stoffschlauch offen, wo das Band durchgezogen wird.

naeh9

Dann den ganzen Beutel nach außen wenden, und an einer Sicherheitsnadel das Band befestigen und durch den Tunnel des Stoffschlauches schieben:

band10

Mit Lavendel füllen:
fuell11

Fertig

fertig

Sonntag, 30. Dezember 2007

Paperpiecing

Hier die gewünschte Anleitung zum Paperpiecing - damit geht patchworken wirklich ziemlich leicht und einfach und wird trotzdem gut :)

Das Muster wird spiegelverkehrt und in Originalgröße auf ein Papier übertragen. Die Rückseite der letzten Telefonrechnung tuts voll und ganz (sowieso beim Maschine-Nähen, aber auch beim Hand-Nähen geht das noch ganz gut).

Die benötigten Stoffteile mit rundum 1-1,5 cm Nahtzugabe zuschneiden.

Für die erste Naht (und alle weiteren) werden die Stoffe mit der schönen Seite nach innen aufeinandergelegt - und zwar auf die Rückseite der Mustervorlage (also auf die Telefonrechnung). Wenn du die Muster-Seite mit den Stoffen dahinter gegens Licht hälst, kannst du gut erkennen, ob die Teile richtig liegen und ggf. nachjustieren.
Vorsichtig und ohne zu verrutschen das Päckchen auf eine gerade Oberfläche legen und an den Seiten feststecken, etwa so:

Feststecken
Hier ist die schöne Seite des fertigen Patches zu sehen.

Genäht wird dann aber auf der Seite, wo die Vorlage ist (logischerweise) - und zwar ein klein wenig über die Länge hinaus:

nähen

Etwaige Überstände werden abgeschnitten und - zumindest ich mach das, solang mir nicht klar ist, ob das ein Quilt wird oder ne Decke - versäubert:

Naht fertig

Aufklappen, Bügeln. Nächste Naht...

Meist gehören dann ja zwei (oder mehrere) Musterteile zusammen, die erst das (größere) Ganze ergeben. Hierzu piekse ich Stecknadeln durch die Ecken/Enden und hefte eine Nadel in die Mitte:

Mittelnaht stecken

Entlang der Linie nähen - dabei immer einen Blick auf die andere Seite werfen - da muss es ja auch passen!
Entlang der fertigen Naht das überstehende Papier knicken und abreißen. Überstände vom Stoff abschneiden, versäubern:

Mittelnaht fertig
Hinten im Bild die frische Naht, obendrauf die fertige Naht :)

Aufklappen und freuen:

Muster fertig
(und danach gleich bügeln!)

Bei diesem Muster hab ich jeweils von der Mitte nach außen gearbeitet. Überhaupt isses gut, sich vorher zu überlegen, in welcher Reihenfolge die Nähte am sinnvollsten gesetzt werden.

Hier gehören vier Quadrate zu einem großen Ganzen (längere Nähte empfehlen sich dann auf jeden Fall mit der Maschine zu nähen), das dann so aussieht:

komplett

Wenn alles fertig ist (also hier wäre z.b. noch ein Rand dranzunähen), kann/darf das Papier entfernt werden.

Da das bei mir noch nicht der Fall ist, sieht die Rückseite also noch so aus:

Rückseite

Das Muster für dieses Beispiel hab ich von quilterscache.com

Sonntag, 22. April 2007

Wollreste - Schnippselwolle

Als Wollresten kann prima Schnippselwolle hergestellt werden. Die Reste sollten wenigstens 5, aber nicht länger als 30 cm sein.

Jeden Faden aufdröseln, in seine Bestandteile zerlegen. Alles auf einen Haufen legen, etwa in der gleichen Richtungen.

Wollhaufen wie beim Spinnen gut verzupfen. Dann ganz normal verspinnen. Das sollte auch mit der Handspindel funktionieren, sofern die einzelnen Fäden (überwiegend) nicht allzu kurz sind.

Da das Garn dabei - zumindest bei mir - sehr unterschiedlich und unruhig wird, verzwirble ich es hinterher mit einer normalen dünnen Wolle.

Eine andere Möglichkeit, bzw. für ganz kleine Wollschnippsel zur Verwertung ist folgende:

Wollreste richtig kleinschnippeln, etwa zur Hälfte mit Spinnwolle auffüllen. Gut verzupfen und/oder kardieren. Dann verspinnen. Da die einzelnen "Fasern" hier eher kurz sind, wird das auf der Handspindel eher schwierig werden. Auch das Spinnen am Spinnrad erfordert Geduld, aber es funktioniert.

Verzwirnen mit einem "normalen" Faden is unbedingt erforderlich, weil der einzelne Strang nicht besonders reißfest ist.

Achja und WARNUNG: Das Ganze produziert eine Riesensauerei. Also am besten auf Fliesenboden o.ä. arbeiten. Teppich nur, wenn du einen wirklich guten Staubsauger hast! :)

Viel Spaß bei der Resteverwertung!

Dienstag, 12. Dezember 2006

Allerleirauhdecke

Die Allerleirauhdecke ist eine Möglichkeit Wollreste aller Art und Menge unterzubringen, indem sie organisch zu einer Decke verhäkelt werden. Ich kam auf die Idee, weil sich bei mir Miniknäulchen jedweder Form und Farbe türmten, die für sich genommen nichts Halbes und nichts Ganzes mehr abgaben, aber zu schade zum Wegschmeißen waren.
Weil ich zu faul war, mir `nen Plan zu machen, wie die Decke mal aussehen soll (was auch nicht so einfach ist, weil ich ja nie weiß, welche Wollreste ich als nächstes übrig haben werde) und gerne einfach so drauflos häkele, fing ich an aus jedem Wollrest runde Teile zu häkeln, bis alles verbraucht ist. Das ergab recht unterschiedlich große Teile, die ich dann wie einen organischen Zellverband zusammenfügte.

allerleirauhdecke4

Die Hohlräume, die ja zwangsläufig entstehen, wenn runde Teile zusammengenäht werden, hab ich einfach zugehäkelt (natürlich bevor die Teile fertig zusammengefügt waren.)

allerleirauhdecke3

allerleirauhdecke2

Meine Allerleirauhdecke wird niemals gerade Kanten haben... und sie wird wachsen, solange ich es will. Damit die Decke schön aussieht, versäubere ich alle Fäden und Knoten sofort. So kann ich sie jederzeit benutzen und wenn ich mal Wollreste übrig habe, ein neues Stück dransetzen.

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